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Krankengeschichte von "Joey"

"Joey" ist eine 7 Jahre alte und 28kg schwere Mischlingshündin, die im April 2011 in unsere Klinik überwiesen wurde, da sie plötzlich nicht mehr stehen und laufen konnte. Die allgemeine Untersuchung war unauffällig. Die neurologische Untersuchung ergab eine Lähmung der rechten Vorder- und Hintergliedmaße (rechtsseitige Hemiplegie), d.h. die rechten Beine konnten selber nicht aktiv bewegt werden. Außerdem erschien die Lidspalte am rechten Auge kleiner, das 3. Augenlid war vorgefallen und die rechte Pupille war kleiner als die linke (Horner-Syndrom rechts). Das Bewußtsein von "Joey" war ungestört, d.h. sie war aufmerksam und nahm ihre Umwelt wie gewohnt war. Als Ursachen für die Gliedmaßenlähmung und die Ausfälle am rechten Auge kamen ein Trauma, ein Bandscheibenvorfall, ein Infarkt oder ein tumoröses Geschehen im Halsmark in Frage. Ein Trauma konnte anhand der Besitzerangaben allerdings sicher ausgeschlossen werden.

Wir legten "Joey" in Narkose und unterzogen sie einer Computertomographie des Gehirns und des Halsmarks. Zum Glück konnten weder Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall noch für einen Tumor gefunden werden. Damit konnte die Ausschlussdiagnose eines Rückenmarksinfarkts (Fibrocartilaginäre Embolie, FCE) gestellt werden.

"Joey" blieb für einige Tage bei uns in der Klinik und erhielt durch unsere Physiotherapeutin mehrfach täglich Anwendungen, um eine Versteifung der Gelenke zu vermeiden. Ihre Besitzer kamen zu Besuch, um "Joey" zu unterstützen und zu motivieren.


Bereits am 3. Tag des stationären Aufenthalts konnten wir eine Besserung der neurologischen Situation feststellen. "Joey" begann, die rechten Beine aktiv vorzuführen. 

 

Am 6. Tag konnte sie mit wenig Unterstützung stehen und machte gute Fortschritte beim Laufen.

1 Woche nach der ersten Vorstellung wurde "Joey" nach Hause entlassen. Ihren Besitzern zeigten wir verschiedene Übungen, mit denen sie den Genesungsprozess unterstützten.

1 Woche nach Entlassung aus unserer Klinik erhielten wir eine DVD mit mehreren Videosequenzen, in denen man weitere deutliche Fortschritte beobachten kann.

Die noch bestehenden Defizite in den rechten Beinen werden sich nach unserer Einschätzung weiter verringern, so dass "Joey" bald wieder ungestört im Garten herumtollen kann.

 

Das Team der Tierklinik wünscht "Joey" und ihren Besitzern weiterhin alles Gute und dankt herzlich für die Erlaubnis, diesen Fall hier präsentieren zu dürfen!

 


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